Belletristik
Textbeispiel Belletristik:
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„Keine Ahnung. Aber vielleicht hat er als Toter ganz andere Möglichkeiten. So wie stundenlang laufen, ohne Durst zu kriegen, ohne pissen zu müssen. Mhm. Man kann in dem Fall ja nichts mehr trinken, man ist ja gar nicht mehr da, so wie wir es kennen. Aber, ähem, damit will ich sagen, dass das, was wegfällt, wenn wir sterben, auch teilweise ganz schön schwierig war. Vielleicht auch für das, was dann übrig bleibt. Von uns, von Papa. Und Mama. Und das, was danach übrig bleibt, ist dann vielleicht viel freier. Und hat mehr Möglichkeiten. Die wir uns jetzt gar nicht vorstellen können.“
Robert hatte konzentriert zugehört. „Aber wir sehen sie dann nicht mehr“, sagte er nach einer Weile leise.
„Ja, das ist schwierig, ich weiß. Ich vermisse die beiden auch so oft. Vielleicht können sie uns aber sehr wohl sehen. Auf eine Weise, die wir noch nicht kennen. Vielleicht ist der Körper wie eine Wand, die einen bestimmten Blick verstellt.“
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(Auszug aus: Romanmanuskript: Als die Spinne durch den Sand lief, 9. Kapitel: Connys Welten und alte Zeiten, unveröffentlicht)
